Neue Einspeisevergütung ab 01.07.2010
Informationen und Hintergründe zum Solarstrom-Eigenverbrauch
durch die geplante Anpassung des EEG mit Wirkung zum 01.07.2010 wird der Eigenverbrauch in Deutschland eine wichtige Rolle für die Wirtschaftlichkeit von PV-Anlagen spielen. Die Anlagenplanung wird damit nicht mehr unabhängig von der Stromverbrauchssituation des Betreibers sein.
Wir informieren Sie heute über wichtige Details zum Eigenverbrauch von Solarstrom und wie sich die neue Eigenverbrauchsregelung auf die Vergütung auswirkt.
Alle Zahlen in den aufgeführten Rechenbeispielen basieren auf den aktuellen Plänen der Bundesregierung zur Absenkung der Solarstrom-Einspeisetarife ab Juli 2010.
Unser Fazit: Eigenverbrauch wird immer wichtiger, informieren Sie sich deshalb zu diesem Thema.
Warum wird Eigenverbrauch gefördert?
Hintergrund der Eigenverbrauchsförderung: Die regionalen Mittel- und Niederspannungsnetze müssen entlastet werden. Zumindest so lange, bis der Umbau zu einem modernen Verbundnetz weiter fortgeschritten ist also einem Netz, das schwankende Energiemengen verlustarm in alle
Richtungen verteilen kann. Der Eigenverbrauch sorgt nun in doppelter Hinsicht für Entlastung: Energie, die unmittelbar am Ort der Erzeugung verbraucht wird, muss nicht mehr über das Stromnetz abtransportiert werden. Zusätzlich entfällt der Bezug der benötigten Verbrauchsenergie über das Netz. Sinnvoll ist das Ganze auch deshalb, weil die Photovoltaik beim Eigenverbrauch einen ihrer besonderen Vorteile ausspielen kann: Die gute zeitliche Korrelation von Energieerzeugung und -bedarf. Denn um die Mittagszeit, wenn Solarstrom- Anlagen die meiste Energie liefern, wird in der Regel am meisten davon benötigt.
Abgesehen von seiner netzentlastenden Wirkung ist der Eigenverbrauch aber generell ein Zukunftsthema vor allem mit Blick auf die in Deutschland schon in wenigen Jahren erreichte Netzparität. Denn sobald Solarstrom den gleichen oder sogar einen geringeren Preis hat wie konventioneller Strom aus der Steckdose, ist es für jeden Besitzer einer Solaranlage sinnvoll, einen möglichst großen Teil des selbst erzeugten Stroms auch selbst zu verbrauchen

Abb. 1: Erzeugung, Verbrauch und Eigenverbrauch an einem wolkenlosen Sommertag(Vier-Personen-Haushalt und Solarstrom-Anlage mit 5 kW Peakleistung)
So rechnet sich Eigenverbrauch ab Juli 2010*
Statt der regulären Einspeisevergütung von 32,88 ct (für Dachanlagen bis 30 kW) erhält der Anlagenbetreiber eine Vergütung von 22,76 ct für jede selbst verbrauchte Kilowattstunde. Aus Sicht des Finanzamts kauft der Anlagenbetreiber dazu den bereits vergüteten Strom für 10,12 ct netto unmittelbar vom Netzbetreiber zurück. Als privater Endkunde muss er auf diesen „Kaufpreis“ des Solarstroms allerdings noch 19 Prozent Umsatzsteuer zahlen genauso wie beim konventionellen Strombezug.
Insgesamt sieht die Rechnung für den Anlagenbetreiber dann so aus: 22,76 ct Eigenverbrauchsvergütung minus 1,92 ct Umsatzsteuer ergeben 20,84 ct. Dazu kommen noch die ersparten Kosten für den Strombezug. Legt man einen Bezugsstrompreis von 20 ct zugrunde, wird bei Anlagen, die ab Juli 2010 ans Netz gehen, die selbst verbrauchte Kilowattstunde Solarstrom folglich mit rund 41 ct vergütet. Steigende Strompreise können diesen Betrag aber noch erhöhen.
Mit einer für Privathaushalte realistischen Eigenverbrauchsquote von 30 Prozent ergibt sich somit eine durchschnittliche Vergütung von etwa 35 Cent pro kWh rund 7 Prozent mehr als bei der „normalen“ Einspeisung.
*Alle Zahlen basieren auf den aktuellen Plänen der Bundesregierung zur Absenkung der Solarstrom-Einspeisetarife

Abb. 2: Die „natürliche“ Eigenverbrauchsquote hängt ab von der Anlagenleistung und der Personenzahl im Haushalt
Quelle: SMA
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